Wandern

Barfußwandern

Juni 2010/1

Selten hat allein der Titel eines Buches meine Phantasie angeregt wie dieser: Barfußwandern Münchner Berge und Alpenvorland. Ich sah mich über saftige Wiesen spazieren. Meine Füße endlich in ihren natürlichen Lebensraum ausgesetzt, raus aus den versiegelten Schuhen und den verschwitzten Socken in die Freiheit. Und so laufen sie fröhlich voran, ich hinterher. Ich war nicht ganz naiv, ich würde auch über spitze Steine steigen müssen. Doch sie wäre wie die Chili im Con Carne, sie macht das ganze erst spannend. Und wenn ich abends in die Federn falle, spüre ich noch die Erregung in den Füßen prickeln. Fast hätte ich das Buch sofort bestellt. Gut, dass ich es nicht tat.

Erst blätterte ich ein wenige darin herum. Es waren einige interessante Informationen zu lesen. Zum Beispiel dass es empfehlenswert ist, zuerst und hauptsächlich mit den Ballen aufzutreten. So federt man die Schritte ab, was normalerweise der Schuh übernimmt. Die Muskeln dazu sind bei den meisten Menschen zurückgebildet, so dass sich ein Trainingsprogramm empfiehlt. Trotzdem sollte man die Schuhe nicht zu Hause lassen, zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, die sich die Füße zu verletzen oder überreizen. In dem Buch wären dann auch noch einige Touren eingezeichnet, doch handelt es sich dabei um gewöhnliche Wanderwege. So hat zwar das Buch seinen Reiz verloren, doch nicht das Barfußwandern. Das geht auch in der Stadt, hab ich mir gedacht, und wirklich, das Gefühl ist schon sehr gut.