El Café Global

Dass sich in den Einkaufsstraßen überall auf der Welt die selben Shoppingkettenableger reihen, verwundert schon lange niemanden mehr. Wer sich daran stört, findet bestimmt in den Seitenstraßen einen kleinen Laden, ein Original, in dem er sich wohlfühlt. Der Fund lässt Herzen höher schlagen und so lange man in der Stadt ist, wird man wiederkommen. Nach ein paar Städten stellt man fest, dass sich diese Cafés in ihrer Einzigartigkeit irgendwie ähnlich sind. Und es gibt auch diese Parallelen zu dem Lieblingscafé in der Heimatstadt.  Ehrlich gesagt, würde dieses Original auch gleich gut in die Heimatstadt passen, genau so wie es sich in den Paris, London oder Kopenhagen befinden könnte.

Ich stelle an mir fest, dass Kleidungsläden, die mich ansprechen, den selben Stil kultivieren, den ich (so vom Gefühl her) skandinavisch nennen würde. Sie verkaufen Casual Mode, wie er scheinbar überall auf der Welt gern getragen wird. Obwohl all diese Läden nicht zu einer Kette mit Coporate Identity gehören, folgen sie den selben ungeschriebenen Coolness Codes, genau wie ihre Nachbarn, die Cafés.

Aufgeschrieben klingt das ein wenig negativ, dabei sehe ich das gar nicht so kritisch. Lieber lasse ich mich zu der These hinreißen, dass doch alle jungen Menschen auf der ganzen Welt einen ähnlichen Stil vorziehen, weil wir doch alle die selben sind. The Kids are united. Die Alternative wäre doch: In München in Bierstuben sitzen und in Madrid in Cervecerias, die leckere Tapas und gutes Bier bieten, aber alles andere als gemütlich sind, jedenfalls nach meinem globalisierten Empfinden.