Was kann Europa retten?

Die Rettung Europas scheint schwierig zu sein, alle Versuche sorgen kurz für Beruhigung, und dann taucht das nächste Problem auf, und alles steht wieder in Frage: Bleiben wir zusammen oder trennen wir uns besser (wir bleiben natürlich Freunde!)?

Nach unendlich vielen Skandalen tritt Berlusconi nach 17 Jahren zurück und Europa atmet auf. Fürs Erste, denn er hinterlässt ein heruntergewirtschaftetes Italien und es ist nicht sicher, dass es wieder auf die Beine kommt. Doch es waren nicht die Bürger, die ihn zu diesem Schritt zwangen, es waren die Finanzmärkte. Ja, sie sind (zu) mächtig, doch der Druck, den sie auf die Staaten ausüben, ist gerechtfertigt und hilfreich.

Die Protestierenden der Occupy Bewegung machen es sich zu einfach, wenn sie den Markt verteufeln, weil er die Staaten zu Einschnitten zwingt*. Und es ist kein Wunder, dass Frau Merkel ihnen beipflichten, ist sie doch froh, dass man nicht mit dem Finger auf sie zeigt. Politiker hatten ihre Aufsichtspflicht über die Landesbanken verletzt, nur deshalb kam uns die Finanzkrise so teuer.

Ich präsentiere nun feierlich Reformvorschläge, die uns nicht nur vom Druck der Märkte befreien, sondern auch ein gewaltiges Wirtschaftswachstum einsetzen lassen. Die Ideen sind so naheliegend wie unspektakulär, nur werden sie bisher überhaupt nicht mit der Finanzkrise in Verbindung gebracht. Diese Reformen könnten in Brüssel gemeinsam ausgearbeitet werden und in allen europäischen Ländern in Kraft treten, denn natürlich bleiben wir zusammen, und zwar für immer. Diese Reformen werden unsere Hochzeit sein.

  • Aufstockung des Budgets für Bildung.
  • Abbau von Bürokratie.
  • Ein einheitliches, einfaches Steuersystem, das alle Bürger angemessen belastet.
  • Gemeinsamer Kampf gegen Steuerhinterziehung und Schwarzabreit.

Es ist eine Tatsache, dass in einigen Ländern zu viele Beamten beschäftigt werden. Allein in Griechenland gehen die Hälfte der 1 Mio. Beamten keiner sinnvollen Arbeit nach. Würde man hier die nötigen Entlassungen aussprechen, würde das die Arbeitslosigkeit gewaltig in die Höhe treiben. Doch wenn sie in Wellen geschieht und die obigen Reformen zur gleichen Zeit einsetzen, wird ein starkes Wirtschaftswachstum einsetzten. Ein Klima des Aufbrauchs könnte durch Europa wehen und uns endlich von den Fesseln der Angst befreien, die uns so runterziehen!

* In den USA ist die Lage eine andere. Dort bilden die Baenker an der Wall Street ein Sieb, in dem die grossen Brocken haengen bleiben, und nur die Kruemel durchfallen. Das ist wirklich ungerecht und bekaempfenswert.