Lima

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In Peru gibt es alles, was man braucht. Strand, Gebirge, Urwald. Sonne und Schnee. Alle möglichen Gemüse- und Obstsorten natürlich, aber auch Erde, Erdöl, Erdgas, seltene Erden, Gold und Silber, Steine.

Die wichtigsten Zutaten der lokalen Küche sind wohl Limetten und Avocados. Mit Limetten kann man super Zwiebeln neutralisieren, frischen Fisch in Ceviche verwandeln, Limonade oder Mojitos mischen. Aus Avocados werden Salate, Sandwiches, Beilagen oder Dekoration.

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Ich habe mich daran versucht, die Gebäude in Lima in drei Gruppen einzuteilen und für jede Gruppe einen Vertreter zu finden. Da gibt es zum einen neugebaute Hochhäuser mit schicken Glasfassaden. Nahe meiner Wohnung wurde in den letzten Monaten ein solches Haus gebaut. Da mich in dieser Zeit in der Früh Presslufthammer geweckt haben, habe ich den Baufortschritt mit Interesse verfolgt. Eineinhalb Monate nach meiner Ankunft waren sie schon so weit, dass sie mit den erwähnten Presslufthämmern aus dem riesigen Betonblock Zimmer und Treppen herausgeschlagen hatten. Dann wurde das Kunstwerk auf der Vorderseite mit einer Glasfassade versehen und an der Seite mit einer Imitation davon. Es ging schnell voran, mittlerweile ist es fast fertig. Wegen dem milden Klima ist die Dämmung von niedriger Priorität, das macht es einfacher.Lima1

Nicht weit von dem obigen Marriott Hotel nahe Larcomar steht das folgende Gebäude. Es steht stellvertretend für die älteren Hochhäuser aus den 70ern oder so, von denen es hier auch ein paar gibt. Davon ist es aber ein auffallenderes Exemplar.Lima2

Und dann gibt es noch kleine dreistöckige Villen aus der Kolonialzeit, oft bunt bemalt, die sich zwischen den obigen Hochhäusern gequetscht haben.

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Dieser Markt fand in Barranco statt, dem coolsten Stadtteil von Lima. Es gibt dort Cafés und kleine Läden, die Stimmung ist sehr entspannt, außerdem einen Sandstrand. Trotz der offensichtlichen Coolness sind die Immobilienpreise niedrig geblieben. Vielleicht weil die Reichen hier noch auf Herausgeputztes stehen. Auf diesem Markt gab es Retrokleidung kleiner Labels, Cupcakes und eine Tanzvorführung zweier Argentinier.

Ich habe mich sehr gewundert, warum die Wasserflaschen hier so voll sind, dass man kaum verhindern kann, sich beim Öffnen zu besudeln. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Flaschen nicht in Lima null Meter über dem Meeresspiegel, sondern auf einem höheren Punkt gefüllt werden. Das ist jetzt nicht so erstaunlich, aber es ist eine schöne Metapher für die Höhenunterschiede, die es im Land gibt. Als Wasserhersteller muss man sich bei der Standortwahl irgendwo in der vertikalen Mitte ansiedeln, damit sich nicht die Bewohner höherer Lagen beschweren, weil die Flaschen nicht wirklich voll wären.

Die besten sechs Gründe, als Taxifahrer zu hupen

  • Um an einer Kreuzung deutlich zu machen, dass man es wirklich ernst meint, mit dem Überqueren
  • Um zu Fuß Gehende zu ermuntern, doch lieber ein Taxi zu nehmen statt zu laufen
  • Um Fußgänger an der Straße zu warnen, dass darauf Fahrzeuge unterwegs sind
  • Um sich an uneinsichtigen Kreuzungen anzukündigen
  • Als Kompliment für spazierengehende Frauen (eher selten und schwer zu identifizieren)
  • zum Spaß

Nachdem meine Zeit in Peru fast schon wieder vorbei ist, blicke ich unweigerlich zurück. Mir kommt so vor, als könnte ich  vier Phasen festmachen

  1. Die Kennenlernphase; Dauer: 4 Wochen; Durch das Viertel marschieren spazieren, Restaurants & Cafés testen, das Transportsystem kennen lernen, aus Miraflores herauskommen, ein Busticket kaufen und zum ersten Mal die Stadt verlassen;
  2. Die Studienphase; Dauer: 6 Wochen; viele Vorlesungen, Gruppenarbeiten, Zwischentests; Routinen bilden sich aus;
  3. Die Reisephase; Dauer: 3 Wochen; Erstmals nicht nach jeder Stadt wieder nach Lima zurückkehren, sondern Weiterziehen;
  4. Die Abschiedsphase; Dauer: 3 Wochen; Mitbewohner reisen ab, weil sie ihre Prüfungen schon hinter sich haben; Bemerken, dass man selbst auch schon bald weg sein wird; Eine To-Do Liste für die letzten Wochen anlegen;

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Das SUNAT ist so was wie das Finanzministerium, hat aber noch mehr Möglichkeiten. So hat es nicht nicht nur ein Café an der Uni wegen Unregelmäßigkeiten in der Abrechnung geschlossen, sondern auch mein Mittagsrestaurant wegen Verstöße gegen Hygienevorschriften (hat mich nicht so sehr überrascht, die Küche war so winzig, und es wurden jeden Tag vielleicht hundert Leute bekocht). Auf die Wiedereröffnung beider warte ich noch.

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Museum Larco; Eine Tonfigur gibt einer anderen Tonfigur eine Bauchmessage

Meine Uni: esan

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Hinter dem ersten Security-Checkpoint.

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Und zum Abschluss neue Beiträge aus der Reihe Zufallsgegenstände aus der Küche.

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Sah die Dose schon immer so aus, oder hat Campbell’s Andys Werk dreist kopiert??20131209-IMGP3943

Man könnte es für einen Sandkuchen halten, doch ein Panetón (Panetong ausgesprochen) ist in Wirklichkeit ein Zopf in Kuchenform, den es nur vor Weihnachten zu kaufen gibt.

Fun Fact zum Schluss: Carajo (Karacho ausgesprochen) ist das spanische Fuck.