Rezept: Kalt gebrauter Kaffee // Cold-brewed Coffee

Ich stand dem kalten Kaffee ein wenig skeptisch gegenüber. An einem besonders heißen Tag entschied ich mich an der Theke spontan dafür — dass der Kaffee über zwölf Stunden kalt gebraut wurde, machte mich neugierig. Anfangs schätzte ich vor allem die Kühle des Getränks, nach weiteren Gläsern den intensiven, aber weniger bitteren Geschmack.

Cold_brewed

Ich las, dass die Herstellung so einfach ist, dass man es selbst einmal ausprobieren kann: Man mischt tatsächlich einfach nur Kaffeepulver mit Wasser, und lässt es im Kühlschrank stehen. Über die Zeit löst sich nicht nur der Geschmack, sondern auch das Koffein vollständig — Bitterstoffe hingegen kaum. Einzig kritischer Teil der Herstellung ist das Mischverhältnis von Kaffeepulver zu Wasser, da gibt es doch sehr unterschiedliche Meinungen. Der Industriestandard empfiehlt, für heiß-gebrühten Kaffee 50-65 g Pulver auf einen Liter Wasser zu verwenden. Bei meinem ersten Versuch verwendete ich deutlich mehr Pulver (immer noch weniger als die in manchen Rezepten empfohlenen 200g), mit der Folge, dass sich die French Press, die normalerweise ein einfaches Abseihen ermöglicht, nicht mehr zu bewegen war. Beim zweiten Versuch verwendete ich 70 Gramm Kaffeepulver auf 1 Liter Wasser, das hat sehr gut funktioniert. Man kann das aber nach belieben erhöhen. Es ist nicht unüblich, auf diese Weise ein Konzentrat zu erzeugen, das vor dem Genuss mit Wasser verdünnt wird.

Kurze Anleitung

  1. French Press oder Glasgefäß, das in den Kühlschrank passt, bereitstellen
  2. Darin 1l Wasser und 70g (oder mehr) Kaffeepulver (größerer Mahlgrad allgemein besser) verrühren
  3. 12 bis 24 im Kühlschrank stehen lassen, währenddessen immer wieder mal umrühren
  4. Filtern — fertig
  5. Innerhalb der nächsten 1 bis 2 Wochen trinken