Die Krisenversicherung für Firmen

Es ist schon eine nervige Sache, dieses ewige Rauf und Runter der Wirtschaftslage. Da freut man sich schon, dass es endlich vorbei ist mit Krise, da ist die nächste schon wieder da. Und die Abstände werden immer kürzer. 1996 bis 2001 ging aus rauf (6 Jahre), 2002 bis 2005 ging es runter (4 Jahre), 2006 bis 2008 rauf (3 Jahre), und in diesem Jahr ging es steil Berg ab. Wer also ein Unternehmen leitet, wird sich langsam daran gewöhnt und damit abgefunden haben.

Deshalb könnte man meinen, dass sie sich darauf vorbereiten, nach vier guten Jahren auch vier Schlechte zu überstehen. Doch es sieht ganz anders aus. Innerhalb von wenigen Monaten meldete Firma um Firma Bedarf an Kurzarbeit an, was einen „erheblichen Arbeitsausfall“ voraussetzt, der die Firma bedroht. Zur Zeit haben viele Menschen Angst vor Firmeninsolvenzen und dem Abbau von hunderttausenden Arbeitsplätzen. So kommt der Verdacht auf, dass Firmen sich eben nicht auf Krisenjahre vorbereitet haben, vielleicht sogar auf den Staat als Retter in der Not vertraut haben. Es scheint, als wäre in den letzten drei Jahren, in denen es den Firmen wirklich gut ging, nicht gespart worden. Das war auch schwer möglich: Die Gewerkschaften setzten Gehaltserhöhungen durch, gute Manager konnten auf Grund der Wachstumsspirale nur noch mit gigantischen Gehältern gehalten werden und die Anleger forderten fette Renditen. Da blieb einfach nichts zu sparen übrig. Die Krisenversicherung für Firmen weiterlesen

DIY 2.0

Juli 2009/1

Im Mittelalter war Handarbeit noch eine Notwendigkeit: Wolle musste gesponnen, zu Socken gestrickt, und diese wiederum regelmäßig geflickt werden. Und ähnlich viel Arbeit bereiteten alle anderen Kleidungsstücke, Werkzeuge, Einrichtungsgegenstände. Das wurde damals bestimmt nicht als großer Spaß empfunden. Und prägt doch irgendwie unsere Vorstellung von dieser Zeit: Wie am Abend der warme, vom Holzofen beheizte Wohnraum gefüllt ist von der gesamten, generationenübergreifenden Familie, jeder vertieft in seine Arbeit.

Fünfhundert Jahre später (1960) sieht das Bild vor Augen ganz anders aus: Die Familie, nach dem Ideal der bürgerlichen Kleinfamilie auf vier Personen zusammengeschrumpft, sitzt vor dem Fernseher, und in den Händen… nichts, bestenfalls Chips und Erdnussflips. Die Maschinen hatten die Handarbeit abgenommen, oder weggenommen? Und damit auch den Menschen ihre Individualität. DIY 2.0 weiterlesen

Die Erkältung fertig machen

Was man so machen kann, und trotzdem nicht genug sein kann, um die Erkältung aus dem Körper raus zu kriegen.

_1 viel Tee trinken
_2 frische Luft: Dick eingepackt nach draußen
_3 heißes Salzwasser inhalieren und Salzwasser die Nase hochziehen, beugt einer Nebenhöhlenentzündung vor
_4 viel Schlaf

Die Zukunft_02: Automobil

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Erfindung „Automobil“ es noch lange macht. Und ihr Tod wird der Benzinpreis sein. Mitte 2008 löste der Benzinpreis von 1,40 Euro pro Liter Panik aus, bei den Fahrern, aber auch bei den Herstellern. In dieser Zeit wurden Projekte (kleine und spritsparende Autos in allen Preissegmenten) angetrieben, die ab 2010 zu den Händlern kommen. Und damit zu spät für große Absätze, nachdem jeder, der einen Kleinwagen brauchen könnte, ihn schon in diesem Jahr bestellt hat. In Folge der Wirtschaftskrise ist der Benzinpreis zwar so weit gesunken, dass es aus den Gesprächsstoff- Topten schon lange wieder rausgefallen ist. Das wird sich aber ändern, wenn die Wirtschaft wieder anspringt. Und wenn dann die Nachfrage das Angebot übersteigt, befeuert durch sinkende Fördermengen durch sinkenden Druck auf die Schätze in den Tiefen, wird es eng. Auch das batteriebetriebene Auto kann nicht als Alternative taugen. Strom muss erst aufwendig erzeugt werden, und diese mit eingerechnet, lässt die Umweltbilanz auch nicht so toll aussehen. Auch der Wirkungsgrad, von Herstellern auf 90 Prozent beziffert, beträgt in Wirklichkeit 42 Prozent, und ist damit vom Benziner (25 Prozent) nicht so weit entfernt.  Die Zukunft_02: Automobil weiterlesen

Die Zukunft_01: Internet

Sich über die Zukunft Gedanken zu machen, ist eine spaßige Sache. Man kann die Welt sich in die Richtung entwickeln lassen, die einem selbst gefällt, ohne dabei irgendein Risiko einzugehen. Denn es gibt hier kein richtig und kein falsch, und die Wirkung solcher Überlegungen ist so gering, also nicht vorhanden, dass es nichts zu verlieren gibt. Und im besten Fall lag man doch gar nicht so daneben.

Die Chance, im Internet zum Millonär zu werden, lockt eine Menge kreativer Menschen an. Sie sind mit dem Internet groß geworden und wissen, was möglich ist. Sie haben gesehen, was aus einfachen Ideen wie youtube, facebook und twitter geworden ist und geben nun ihr Bestes, in die selbe Kerbe zu schlagen. Was dabei niemanden stört, ist die Tatsache, dass keine von diesen Firmen Geld verdienen. Wenn es gut läuft, verlieren sie keins. Was den Firmen ihren Wert gibt, ist das Engagement von google. Und auch die verdienen nur mit einem Produkt ihr Geld, mit dem sie alle anderen Experimente finanzieren, die die „Computerfirmen von gestern“ wie Microsoft ins Schwitzen bringen, ihrer Suchmaschine. Die Zukunft_01: Internet weiterlesen

Die Suche nach den unglaublichen Platten

Manchmal beschließe ich, Geld für Musik auszugeben. Dann überlege ich mir ganz genau, welche Platte ich mir leisten will. Doch ganz egal für welche ich mich entscheide, wenn sie sich in meinem Player dreht, werde ich einttäuscht sein. Im besten Fall finde ich sie nicht schlecht, ich kann sie anhören, während ich mein Zimmer aufräume, umhauen wird wsie mich nicht. Erst hat mich das gewundert, doch dann dachte ich: Um an eine unglaubliche Platte zu kommen, muss man das Risiko eingehen, dass einem das Neue nicht gefällt, was wahrscheinlich auch so eintritt, das macht die Suche teuer.

Hundertwasser

Ohne weiteres Vorwissen betrat ich die Hundertwasserausstellung. Okay, ich hatte die Hundertwasserhäuser in Wien gesehen, und sie haben mir wirklich gefallen, aber mehr würde mir zu dem Namen schon nicht mehr einfallen. Auf den ausgestellten Plakaten konnte man ablesen, wie Hundertwasser über 20 Jahre seinen Stil erfunden hat. Danach musste er nur noch sein Schema anwenden. Diese Plakate sind schön anzusehen, wie bunte Strudel, nicht mal Botschaften wie „save the rain forest“ stören. Dann bekamen wir noch einen Film über Hundertwasser zu sehen, haupstächlich bestehend aus unkommentierten Interviewfragmenten mit Hundertwasser persönlich. Danach ist das Bild, das man von diesem Menschen hat, ein völlig anderes.

Ich glaube, Hundertwasser verfolgte in seinem Leben zwei Ziele:
Einmal den Menschen zur Einheit mit der Natur zurückzuführen. Das bedeutete, dass die Architektur für die Masse einen grundlegenden Richtungswechsel vollziehen müsste, weg von den gerade Linien und der strikten Trennung zwischen Wohnraum und Natur.
Zum Anderen durch die Verbreitung seiner Plakate für den Schutz der Natur zu werben.
Wegen seinem extravaganten Lebensstil, seiner esoterischen Lebenssicht und seinem provokanten Auftreten wurde er zum Markenzeichen. Seine Plakate verkauften sich immer besser, zu immer höheren Preisen, und er war glücklich, denn er hatte das Gefühl, etwas zu verändern und konnte gleichzeitig seinen extravaganten Lebensstil zu finanzieren.

Rückblickend muss man aber sagen, Hundertwasser beide Ziele nicht erreichen konnte. Er konnte keinen Wandel in der Architektur herbeiführen. Seine Häuser sind Inseln in Städten, die Einzigen ihrer Art, und nicht mehr als ein Pflichtbesuch für Touristen, anstatt sich wie ein Virus zu verbreiten, bis ganz Wien im Hundertwasserstyle gebaut wäre. Erst dann hätte Hundertwasser ein Ziel erreicht. Ich finde schade, dass es nicht so kam. Vielleicht würden in den Hundertwasserstädten eine Atmosphäre herrschen, die sich sogar auf das Leben der Menschen in ihr auswirkt.
Und auch sein zweites Ziel hat er nicht erreicht: Seine Plakate verschwanden wirkungslos in den Wohnzimmern wohlhabender Esoteriker.

Was ich in diesem Museum über Hundertwasser gelernt habe, hätte ich am liebsten gar nicht gewusst. Meine Begeisterung für seinen Style konnte es aber nicht zerstören.

Meine Kosequenzen aus der Krise

Die Finanzkrise ist ja soo weit weg von uns da unten, habe ich mir gedacht, und alle Nachrichten aus diesem Paralleluniversum getrost überlesen. Und dann hat es mich doch gepackt, und jetzt lese ich alles, was ich aus dieser Richtung in die Finger bekomme. Das gibt einem zwar kein gutes Gefühl, weil es manchmal angenehmer ist, nicht Bescheid zu wissen. Sollte ich aber meine Vorsätze durchziehen, fühle ich mich aber ganz gut gerüstet. Die wären:

_1 nie einen Kredit aufnehmen, für nichts, auch nicht das Einfamilienhaus im Grünen. Lieber mieten, da kann man die Wohnung den Bedürfnissen und finaziellem Spielraum anpassen.

_2 wenig sparen, lieber ausgeben, für die Dinge, die mir was wert sind, wie Essen, Musik, Abenteuer

_3 das eigene Vermögen (falls sich trotz _2 eines ansammelt) nicht in Aktien anlegen, denn dadruch unterstützt man
nur ein System der Ausbeutung

_4 genau überlegen, was (wo sind die tollen Marken?) und wo (wo sind die tollen Läden?) ich mein Geld verprassen will

mal sehen.